10 Jahre Flüchtlingshilfe Sevelen
Anfang Januar 2016 luden die beiden Initiatoren Sabine Vitten und Norbert Schneider zu einem Treffen in das evang. Gemeindehaus in Sevelen ein, um zu überlegen, wie man dem Zustrom an Flüchtlingen auch in unserem Dorf, begegnen kann.
Über 40 Bürgerinnen und Bürger haben der Einladung Folge geleistet.
Eine offene Begegnung mit den Menschen, die unsere Hilfe und menschlichen Beistand benötigten, war erklärtes Ziel dieser Versammlung. Die Idee eines Flüchtlingscafés nahm schnell Gestalt an.
Bereits Ende Januar ging das „Café Welcome“ an den Start.
Die aus dem Treffen entstandene Flüchtlingshilfe Sevelen hat sich zu Aufgabe gemacht, die Integration von ausländischen Mitbürgern in das Dorf- voranzutreiben.
Zum ersten Café erschienen über 60 Flüchtlinge und die Ehrenamtler*innen waren ziemlich nervös, ob sie diesen Ansturm bewältigen konnten.
Es war von Anfang an eine sehr offene und herzliche Atmosphäre.
Das Café diente von nun an als Plattform für die Neuankömmlinge sich in ihrer neuen Heimat zu Recht zu finden.
Ob Sprachkurse, Hilfe bei Behördengängen und Arztbesuchen, Hilfe bei Wohnungssuche und Umzügen, die Aufgaben waren und sind vielfältig.
Im gleichen Jahr veranstaltete die Flüchtlingshilfe ein Sommerfest der Begegnung auf dem Sportplatz am Koetherdyck. Zusammen mit dem SV Sevelen wurde ein Event mit über 700 Besuchern auf die Beine gestellt, gesponsert von der Metro.
2017 erhielt die Flüchtlingshilfe den Josef-Diebels Bürgerpreis für ihr Engagement.
2017 starteten auch die Sprachkurse durch die Flüchtlingshilfe. In einem Klassenraum, der uns durch die Schule „Facettenreich“ zur Verfügung gestellt wurde, wurden u. a. Kurse nur für Frauen angeboten.
Bis Ende 2019 blieb das Café geöffnet. Nachdem viele Flüchtlinge hier eine Heimat, Arbeit und Wohnung gefunden hatten, viele zurück in ihre Heimat gingen bzw. weiter weg gezogen sind, blieb die Flüchtlingshilfe mit einem Stammtisch weiter aktiv, der in der Corona Zeit pausieren musste.
Nach dem Angriff Russlands in der Ukraine, wurde eine weitere Flüchtlingswelle losgetreten, die auch Auswirkungen auf unsere Gemeinde hatte. Mitte 2022 lebten etwa 160 Ukrainische Flüchtlinge in Issum. Die meisten davon Frauen mit Kindern.
Ab Anfang Mai 2022 hat die Flüchtlingshilfe daher das "Café Welcome" wieder eröffnet, damit die ukrainischen Mitbürger*innen eine Anlaufstelle hatten, wo sie sich treffen konnten und die Kinder Platz zum Spielen fanden. Der Umgang mit den teils traumatisierten Müttern und Kindern war nicht einfach.
Gemeinsame Ausflüge und andere Unternehmungen halfen eine gemeinsame Basis zu finden.
Seit Anfang 2024 ist die Flüchtlingshilfe auch „Mitglied“ der Initiative Issum gegen Rechts.
Nun schreiben wir das Jahr 2026. Zu den Flüchtlingen aus der Ukraine besuchen weitere Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Türkei und anderen Ländern das Café im Bürgerhaus und die Herausforderungen werden nicht weniger.
Dieter Block gibt jeden Donnerstag einen Deutschkurs und vermittelt die ersten Basics für unterschiedlichste Bedürfnisse.
Norbert Schneider, Claudia Boeving -Scott, Hans- Herbert Franz und Jakob Koch bemühen sich in der Gruppe IDA (Integration durch Arbeit), um Unterstützung bei der Arbeitssuche. Die erfolgreiche Job Börse im Herbst 2024 war der Auslöser dazu.
Im November 2024 hat der Flüchtlingsrat NRW in der Zeche Carl gemeinsam mit dem DGB, NRW und Amnesty International im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit mehr als 130 Teilnehmenden den Ehrenamtspreis an die Flüchtlingshilfe Sevelen vergeben.
Der Preis enthielt neben einer Skulptur ein Preisgeld von 500 Euro.
Die Freude über die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements war riesig, war doch die Nominierung bei 40 Anwärtern für den Preis, schon ein großer Erfolg.
Am 27. Februar diesen Jahres wird die Flüchtlingshilfe-Sevelen ihr 10 jähriges Jubiläum feiern.
Geplant ist ein Fest zusammen mit den ausländischen Mitbürgern im Bürgerhaus. Es soll ein internationales Buffet geben unter dem Motto „Eine Prise Heimat“.
Da die Werbegemeinschaft Sevelen eine Spende zu Gunsten der Ehrenamtler*innen überreicht hat, wird später noch in einer kleinen Runde gemütlich gefeiert. Die Arbeit in der Flüchtlingshilfe wäre nicht so erfolgreich, wenn sich die Mitglieder untereinander nicht so gut verstehen würden.
Der große Dank geht an alle, die sich im Laufe der Jahre für die Flüchtlingshilfe mit großer Empathie für die Sache eingesetzt haben, aber besonders an die derzeitigen Helfer und Helferinnen, die sich trotz des oft unsachlichen gesellschaftlichen Diskurses für ihre ausländischen Mitbürger einsetzen.
Wir danken aber auch allen Spendern, die durch ihren großzügigen Beitrag die Arbeit der Flüchtlingshilfe erst ermöglichen.
Und vergessen wir nicht:
„Nicht der Flüchtling ist unser Feind, sondern der, der ihn zum Flüchtling gemacht hat!“